Windräder im Pfälzerwald ? – Der Widerstand wächst

Annweiler/Hofstätten, 12.9.; Nun hat sich auch eine neu gegründete “Bürgerinitiative gegen Windräder im Naturpark Pfälzerwald und rund um Hofstätten” zu Wort gemeldet. Mit einem öffentlichen Gespräch mit Landes- und Kommunalpolitikern in Hofstätten am vergangenen Freitag.
Der Einladung zu einem kritischen Dialog mit der Hofstätter BI waren gefolgt: Susanne Ganster, Fraktionsvorsitzende im Kreistag Süwestpfalz, und Christian Baldauf, stv. Fraktonsvorsitzender im Landtag (beide CDU), sowie Manfred Seibel, Beigeordneter der Grünen im Verbandsgemeinderat Hauenstein, wie auch Annweilers Bürgermeister, Thomas Wollenweber (SPD).

Die rund 70 Zuhörer waren zum Teil darüber entsetzt, zu erfahren, mit welcher brachialen Entschlossenheit die örtlichen Politiker in den kommunalen Gebietskörperschaften (u.a. die Verbandsgemeinden Hauenstein und Annweiler) im Verbund mit dem Ministerium Umwelt/Landwirtschaft/Forsten dazu entschlossen sind, Windparks im Kerngebiet des Pfälzerwalds durchzusetzen. “Vor dem Hintergrund der beschlossenen Energiewende in Verbindung mit den angestrebten Klimaschutzzielen”, so der Textentwurf einer Absichtserklärung für ein “interkommunales Verbundprojekt zur Errichtung und zum Betrieb eines Windenergieparks im Pfälzerwald”, sollen u.a. von der VG Annweiler 5 riesigen Windrädern in ca. 800 Metern Entfernung und in 200 m Höhe direkt über den Köpfen der 103-Seelen-Gemeinde Hofstätten, errichtet werden, ist Claus Adam von der BI Hofstätten fassungslos. Insgesamt sind im Sichtfeld von Hofstätten 40 Anlagen geplant.

“Damit würde diesem idyllischen Flecken, der mit seine 100 Betten vom Wandertourismus mit fast 50.000 Besuchern im Jahr lebt, der Garaus gemacht”, befürchtet Jens-Peter Ring, einer der Gründer der BI Hofstätten. Und die in dem kurzen Zeitraum Mai-August dieses Jahres durchgeführte Unterschriftensammlung mit ihren rund 1.500 Unterschriften “gegen Eingriff in die einmalige Natur durch massive Abholzung und Trassenbau, gegen Beeinträchtigung der Wanderwege um Hofstätten” scheint ihm recht zu geben.

Darauf angesprochen, gibt sich Manfred Seibel, Beigeordneter der Grünen in der VG Hauenstein, sicher: “Ich bin der festen Überzeugung, dass die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung unsere Position (Windparks im Pfälzerwald, die Red.) unterstützt”. Die Absichtserklärung soll zunächst in den örtlichen Ratsgremien als “Projekt” verabschiedet werden. Danach soll in Veranstaltungen für diese Windparks im Pfälzerwald geworben werden. Und schliesslich, ganz am Schluss, soll es eine Bürgerbefragung geben. Da fragt sich, warum man nicht die Akzeptanzfrage an den Anfang stellt, wenn man sich der Zustimmung der Bevölkerung doch so sicher ist.

Der Widerstand in der Bevölkerung gegen Windräder im Biosphärenreservat Pfälzerwald wird wachsen. Davon geht jedenfalls die Bürgerinitiative Höfstätten aus. “Wir kämpfen weiter” gibt sich der Hofstätter Bernd Henninger, BI Gründungsmitglied, fest entschlossen. “Zunächst nur durch intensivierten Dialog mit den Politikern” ergänzt sein Mitstreiter, Peter Bernhard, und lässt erkennen, dass damit nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist, wenn es um den Widerstand gegen Windräder im Pfälzerwald geht.

Günter Hirschmann, Annweiler

5 Gedanken zu “Windräder im Pfälzerwald ? – Der Widerstand wächst

  1. Die Windradindustrie gibt an, daß ein Windrad je Megawatt Leistung gegenüber Kohlekraftwerken eine Tonne CO2 einspart. Wie soll die CO2 Einsparung realistisch möglich sein wenn im Hintergrund immer Schattenkraftwerke in Betrieb gehalten werden um müssen die Kesseltemperatur und den Dampfdruck auf Betriebswerten zu halten. Bei plötzlicher Windstille brauchen wir ebenso plötzlich Ersatz aus anderen Kraftwerken um Krankenhäuser, Polizei, Ampeln, Kühltruhen usw weiterhin mit Strom zu versorgen. So lange wir die gewonnene Windenregie nicht speichern können ist ein weiterer Ausbau nahezu sinnlos. Durch zusätzliche Windräder werden keine Kraftwerke ersetzt da bei völliger Windstille die benötigte elektrische Energie immer noch erzeugt werden muß.

  2. Rechnen!!!

    Eine kWh entspricht 0,55 kg CO2,
    1 MWh entspricht 1000 kWh
    6MW angenommene Nennleistung
    1500 Vollaststunden
    ergibt:
    0,55kg/kWh x 6000 kW x 1500 h= 4.950.000 kg

    Also ca. 5 000 Tonnen.

    Annahme:
    1 ha Wald
    Baumgröße (vereinfacht; sei ein Holz-Zylinder) von Durchmesser 1m, 15m Höhe; Baumabstand 4m.

    1 Baum
    1 x Pi /4 = ca. 12m3 also ca. 12 Tonnen
    1 ha = 100m x 100 m
    100m / 4m = 25 Stück
    25 x 25= 625 Stück
    625 x 12t = 7 500 Tonnen Holz
    Die Umrechnung m3 Holz zu CO2 ist ca. 1:1

    Schlussfolgerung:
    Die CO2-Menge kann nie die jährlich gespeicherte Menge sein. Es ist die (je nach Alter und Art des Bestandes) Gesamtmasse. Die gefällten Bäume werden, wenn möglich verwertet und „sparen“ anderswo einen Einschlag (kein Forstamt wird so dumm sein und das Holz nicht nutzen).
    Sollte das Holz stofflich verwendet werden (Dachbalken) bleibt das CO2 noch lange Zeit gespeichert. Wird es zu Brennholz, wird das CO2 freigesetzt – allerdings ersetzt es anderen Brennstoff (außer Osterfeuer).
    Ein großer Teil der beim Bau gerodeten Fläche wird wieder aufgeforstet. Nur die Kranstellfläche bleibt frei.
    Anzumerken ist allerdings, dass alte Wälder (ab 80 Jahre) jährlich mehr CO2 speichern als junge.

    Gruß an alle
    Peter Schieler

  3. Das unsinnige an den Windrädern im Wald ist aber, daß sie eine negative CO2-Bilanz haben. Für jedes dieser großen Windräder muß ca. ein Hektar Wald beseitigt werden, der speichert pro Jahr 9.000 bis 13.000 Tonnen CO2. Die Windradindustrie gibt an, daß ein Windrad je Megawatt Leistung gegenüber Kohlekraftwerken eine Tonne CO2 einspart. Bei 6 Megawatt Leistung ergeben sich also 6.000 Tonnen Einsparung. Die CO2-Bilanz beträgt also -3.000 bis -7.000 Tonnen jährlich, je nach Baumbestand. Wiederaufforstungen sind Täuschungsmanöver, da die jungen Pflänzchen mindestens 100 Jahre brauchen, um auch nur annähernd die Leistung der gefällten Baumriesen zur erbringen. Bei dieser Betrachtung wird klar,welch großen Schatz unser Wald darstellt und wie unsinnig es ist, ihn für Windräer abzuholzen.

  4. Zuverlässig ist ein irreführender Begriff in diesem Zusammenhang. Das Wetter ist nicht unzuverlässig, sondern so wie es halt ist. Das ist eben die Herausforderung beim Umstieg vom speicherbasiertem Energiesystem (fossil) auf unerschöpfliche.

    Fossile Energie ist absolut sicher… irgendwann verbraucht! Vorher geben wir das Geld dafür an Leute die uns bedrohen (Putin, IS…), mit denen wir nicht zusammenleben wollen (Fundamentalisten) und die Verwüstungen der Natur in kauf nehmen (Ölförderung in sensiblen Gebieten, Fraking, Tagebau). Das ist meist auch nicht von Zuhause aus zu sehen.

    Windkraftanlagen sind übrigens keine Gespenster. Man kann sie anfassen und sie sind zu groß um sich bei kleinen Kindern unterm Bett zu verstecken.

  5. Die totale Erzeugung von Windenergie in sieben Nationen (Dänemark, Deutschland, Belgien, Frankreich, Spanien, Vereinigte Königreich, Irland) im ersten Halbjahr von 2013 hatte eine Maximalwert von 45.000 MW am 30. Januar und eine Minimalwert von 2.600 MW am 15. Februar. Das bedeutet: Windenergie ist nicht zuverlässig – auch nicht wenn die Gespenster von zuhause nicht sichtbar sind.

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