Windmühlen über Annweiler?

Mit der Windkraftnutzung ist die Errichtung von Windkraftanlagen verbunden.
Für Windenergie sind alle. Aber Windräder auch im Pfälzer Wald?

Nein, danke – sagen die einen.

Ja, warum nicht, sofern eine strenge Umweltverträglichkeitsprüfung erfolgt – meinen andere.

Derzeit stehen sich Befürworter und Gegner von Windmühlen auch im Pfälzerwald kompromisslos gegenüber.

Die Grünen in SÜW haben in letzter Zeit verschiedene Initiativen angestossen mit dem Ziel, die Akzeptanz von Windrädern auch im Pfälzerwald zu erhöhen. So hat der Vorstand der Annweiler Grünen u.a. gemeinsam mit den Forst-Verantwortlichen Waldbegehungen unternommen, um sich ein eigenes Bild von möglichen Standorten im Pfälzer Wald zu machen. Auch der Informations- und Meinungsaustausch mit anderen Kreisverbänden der GRÜNEN und mit Verbänden wie z.B. NABU und Naturfreunde wurde intensiviert.

In den Kommunen der Südpfalz ist man parteiübergreifend der Auffassung, dass es nur mit konsequenter Windkraft-Nutzung gelingen wird, unsere Energieversorgung vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen sind. Windräder sollen daher an allen ökologisch und technisch dafür geeigneten Standorten errichtet werden. Auch im Pfälzerwald gibt es dafür geeignete Flächen. In einer offiziellen Verlautbarung der Grünen in Annweiler heisst es in diesem Zusammenhang u.a. “Der Ausbau und Betrieb von Windrädern muss naturverträglich erfolgen. Eingriffe in das Ökosystem Wald mit allen seinen Funktionen sind auf ein Minimum zu begrenzen. Auch die Risiken für Fledermäuse und Vögel müssen beachtet werden.”

Demgegenüber lehnen der Pfälzer Waldverein (PWV) und eine “Initiative Pro Pfälzer Wald” Windräder im Pfälzer Wald kompromisslos ab. So schreibt z.B. der PWV in seiner Mitgliederzeitschrift (Ausgabe Dezember 4/2012) u.a. “Windradmonster…werden für zerstückelte Landschaft sorgen…verheerende Auswirkungen auf den Arten- und Biotopschutz sind vorprogrammiert…”. Und ein weiteres zentrales Argument gegen Windräder im Pfälzerwald führt der PWV an mit der “vorhersehbaren Zerschneidung der Sichtachsen in Verbindung mit dauerhaft notwendigen breiten Schneisen für die Zufahrtswege”.

Die “Initiative Pro Pfälzerwald” – ein Zusammenschluss engagierter Bürger, die für den Ausbau der Windenergiegewinnung sind, aber den Naturpark Pfälzerwald von Windrädern frei halten wollen (O-Ton) – meint, dass natur- und tourismusverträgliche Alternativen gefunden werden müssen.

In den bisherigen Diskussionen zwischen Befürwortern und Gegner von Windmühlen im Pfälzerwald wird das Konfliktpotential zwischen ökonomisch Notwendigem und ökologisch Vertretbaren deutlich. Nicht jeder hält dieses Spannungsfeld für lösbar.

Auch von den Befürwortern wird immer wieder betont wird, dass die Standorte für Windräder auch das ästhetische Moment des Pfälzer Waldes als einer besonderen Erholungslandschaft angemessen berücksichtigen müssen, damit das Naturerlebnis der Menschen in einer weitgehend ungestörten Landschaft erhalten bleibt.
Auch die Befürworter wollen keine “Verspargelung” des Biosphären-Reservats Pfälzerwald.

Da müsste es doch möglich sein, Lösungen für die Windkraft-Standorte zufinden, die allgemein akzeptiert werden können.

Strittig ist insbesondere auch, welche Gremien für Planung und Baugenehmigung von Windkraftanlagen zuständig sein sollen. Über Parteigrenzen hinweg zeichnet sich aber in breiter Konsens ab unter dem Motto “Energie von den Bürgern für die Bürger. Im Kern heisst das, dass die Standortplanung  von Windrädern durch die kommunale Bauleitplanung erfolgen soll. Also bürgernah durch die Verbandsgemeinden. Auch Bau und Betrieb der Windkraftanlagen soll primär in kommunaler Regie liegen. Es wird argumentiert, dass die wirtschaftlichen Vorteile, die mit dem Betrieb von Windkraftanlagen verbunden sind, auch und vor allem den Kommunen und Verbandsgemeinden zugute kommen sollen. “Mehr dezentrale Energieproduktion in kommunaler Eigenverantwortung und damit weniger Abhängigkeit von den Oligopol-Preisen der grossen Energieversorger tut auch unserem Stadtsäckel ganz gut” hört man dazu häufig hinter vorgehaltener Hand.

Das Thema ist kontrovers. Es gibt gute und rational nachvollziehbare Argumente für beide Seiten. Auch Green RoundTable wird dafür eine Diskussionsplattform liefern.
Mit einer öffentlichen Diskussion am runden Tisch.
Am Donnerstag, den 18. April, 20.oo h, in Annweiler, Hohenstaufensaal.

Und was sind Ihre Argumente, pro und kontra, für Windräder auch im Pfälzerwald?

 

 

 

4 Gedanken zu “Windmühlen über Annweiler?

  1. Also meine Frau und ich, sowie Freunde und Bekannte sind oft im Pfälzer Wald Wandern.Meine Frau ist aus Franken, dort stehen auch Windräder. Gewandert wird dort auch, Tourismus ist vorhanden. Eine Beeinträchtigung dadurch konnten wir nicht feststellen. Windräder stören uns nicht sofern die Umweltverträglichkeit gesichert-, entsprechende Regressionen berücksichtigt- und nicht zu viele aufgestellt sind.
    Wahrscheinlich sind deswegen im Pfälzer Wald nicht viele Standorte geeignet.
    Bis jetzt haben wir noch kein nachvollziehbares Argument für einen pauschalen Ausschluß gehört. Wir würden auch einen Ausschluß unterstützen sofern Dieser nachvollziehbar begründet ist. Wenn der Eintrag unter Kommentare klappen würde, könnte wir schauen ob ein objektive Meinungsaustauch möglich ist.
    Birgit Halbig, Kurt Werner, Haßloch

  2. 1)Grundsätzlich gilt, dass Windräder wesentlich effektiver in der
    Stromerzeugung sind wie Fotovoltaikanlagen.
    2.Es ist doch eine geologische Tatsache, dass mit zunehmender
    Höhe der Wind stärker und stetiger weht wie im flachen Land.
    Natürlich gibt es auch im flachen Land geologisch bedingte
    sog. Windkanäle.
    3.Also warum nicht auch im Pfälzerwald Windräder, jedoch nur
    nur ganz gezielt. Nicht in der Nähe von Hauptwanderwegen.
    Nicht direkt vorne am Haardtrand und wo sie irgendwie sehr
    störend wirken. Nur dort wo die benötigten Windverhältnisse
    zu erwarten sind und keine extrem lange Kabelleitungen zu
    Einspeisungsmöglichkeiten gibt.
    4)Man kann es dabei natürlich nicht jedem „Pilzsucher“ und
    „Querfeldeinwanderer“ oder „Biker“ recht machen.
    Eine umweltverträgliche Stromerzeugung hat eben Vorrang
    vor den ewigen „Besserwissern.
    Das ist meine persönliche Meinung.

  3. Windräder müssen auch im Pfälzer Wald sein, da die Energiewende,
    also das Weg vom Atomstrom , nur gelingen kann, wenn es genügend
    Alternativenergien dazu gibt.

    Wind weht aber nun einmal vor allem auf den Höhen und nicht oder nur
    im geringeren Umfang in der Ebene zumindest in unserer Region,
    an der Nordsee ist das etwas anderes und so muss man dann diese
    Höhen, die sich dann halt auch im Pfälzer Wald befinden, auch nutzen.

    Das heißt ja nicht, dass dies auf der Kalmit sein muss, sondern in
    Waldgebieten, die gut erschließbar oder schon erschlossen sind
    und die auch die notwendige Windhöffigkeit ergeben.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>