Wie gesund ist unser Wald?

Schadensbilanz wenig positiv

Forstwirtschaft

Rodung wegen Waldschäden

Dem Wald in Rheinland-Pfalz geht es zwar teilweise wieder besser als im vergangenen Jahr, der Gesamtanteil der geschädigten Bäume liegt aber nach wie vor bei 71 Prozent.  Einerseits hat sich die Buche als wichtigste heimische Baumart gegenüber dem Vorjahr etwas erholt. Andererseits sind die Schäden bei Fichten und Eichen weiter angestiegen. Dies geht aus dem Waldzustandsbericht 2012 hervor, den das Mainzer Miniterium für Umwelt, Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Anfang Dezember vorgestellt hat.Klimawandel macht unseren Wäldern zu schaffen

Die Schadensbilanz gegenüber dem Vorjahr zeigt im Detail zwar ein differenziertes Bild, insgesamt aber hat sich das Ausmass der Waldschädigung in den letzten zehn Jahren kaum verändert. Es ist nicht zu übersehen: “Unsere Wälder sind in einem kritischen Zustand, weil den Bäumen neben den Luftschadstoffen zunehmend der Klimawandel zu schaffen macht”, meint dazu die Ministerin Ulrike Höfken (GRÜNE).
Die vergangenen trockenen und warmen Jahre haben die Waldbäume zu extremer Blütenbildung veranlasst und damit gestresst. Zudem haben sich Insektenschädlinge und auch Pilze durch die Erwärmung verstärkt vermehrt. Der Klimawandel ist deutlich zu spüren: In den letzten 30 Jahren lagen die Durchschnitts-Temperaturen in Rhld-Pfalz durchweg über dem langjährigen Mittel. Mit der Folge einer Zunahme der natürlichen Wald-Schädlinge.

Energiewende: Beitrag zum Klimaschutz

Alles was dem Klimaschutz dient, hilft auch unserem Pfälzer Wald. Wenn es darum geht, die Klimakiller durch erneuerbare Energien zu ersetzen, steht an vorderster Stelle der Verzicht auf fossile Brennstoffe. Die Landesregierung setzt dabei insbesondere auch auf den Ausbau der Windkraft in waldreichen Höhen. Dazu gehören  auch Windanlagen im Pfälzer Wald, sofern dies umweltverträglich möglich ist.. Das jedenfalls ist die Auffassung der zuständigen Umweltministerin.

Waldboden hat sich verbessert

Der Waldboden-Zustandsbericht, der nur alle zwanzig Jahre erstellt wird, wurde diesmal – also im Dezember 2012 – zusammen mit dem Waldzustandsbericht präsentiert. Der Zustand des Waldbodens ist vor allem für die Qualitität des Trinkwassers von grosser Bedeutung. Es überwiegen die positiven Effekte: Die Versauerung ist stark zurückgegangen. Die Kalkungs-Massnahmen der vergangen Jahre zeigen offenbar Wirkung. Auch die Verringerung der Schwefeldioxid-Emission durch eine andere Zusammensetzung der Kraftstoffe schlägt sich in einer deutlichen Abnahme der Schwefelkonzentration im Wasser des Waldbodens nieder .

Sorge macht aber weiterhin die nach wie vor zu hohe Stickstoffbelastung, die im Wesentlichen durch die Nitrat-Düngung in der Landwirtschaft und durch vom Strassenverkehr verursachte Schadstoff-Emission hervorgerufen wird. Mit dem Landes-Programm “Gewässerschonende Landwirtschaft” geht man dieses Problem weiterhin mit Priorität an.

Nicht zuletzt auch in diesem Zusammenhang ist ein vierspuriger Ausbau der B10 mit dann weiter steigender Verkehrsbelastung durch Schwerlastverkehr kritisch zu sehen. “Reduktion des abgas-schädlichen Strassenverkehrs ist weiterhin geboten” meint Ministerin Höfken dazu und verweist auf mögliche Lösungs-Ansätze durch Elektromobilität.

Green RoundTable wird sich mit dem Thema “Trinkwasserversorgung aus dem Pfälzer Wald – wie lange noch ist unser Trinkwasser geniessbar?” noch näher befassen. Eine öffentliche Diskussion dazu ist noch in 2013 geplant.

 

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