B10 Ausbau weiter umstritten

Mediationsrunde

Links: Thomas Wollenweber (Bürgermeister Annweiler). Rechts: Wolfgang Grötsch (Beigeordneter VG Annweiler).

Die Bürgerinitiativen in der Vorderpfalz ebenso wie der BUND und die örtlichen Gemeinden von Annweiler bis Landau wehren sich weiterhin vehement gegen einen vierspuriger Ausbau zwischen Hinterweidenthal (Kreuzung B10/B427) und Landau-Nord. Auch nach der fünften Mediationsrunde Mitte Januar zeichnet sich kein Kompromiss zwischen den Ausbaugegnern und den Ausbaubefürwortern aus Pirmasens ab.

B10 mit autobahnähnlichem Ausbau

Allerdings könnte jetzt Bewegung in die Sache kommen, nachdem Prof. Christian Lippold von der TU Dresden, Lehrstuhl Gestaltung von Strassenverkehrsanlagen, sich über die notwendige und gebotenen Breite eines durchgängig vierspurigen Ausbaus zwischen Pirmasens und Landau gutachterlich geäussert hat.

Prof. Lippold, ein ausgewiesener und anerkannter Experte für Strassenplanung, der u.a. auch massgeblich an den geltenden Richtlinien für die Anlagen von Landes- und Bundesstrassen mitgewirkt hat. überzeugt mit seinen objektiven Ausführungen unter besonderer Berücksichtigung der spezifischen B10-Verhältnisse. Im Kern, so Lippolt, ist ein vierspuriger Ausbau der B10 zwischen Pirmasens und Landau geboten schon aufgrund des jetzigen Verkehrsaufkommens von knapp 20.000 Fahrzeugen pro Tag. Und zwar unabhängig davon, wie die aktualisierten Verkehrsprognosen bis 2025 ausfallen und auch dann, wenn die B10 für den Transit-Schwerlastverkehr gesperrt würde. Ein dreispuriger Ausbau als überregionale Landstrasse sei nach den geltenden Richtlinien mit dem aktuellen Verkehrsaufkommen nur schwer möglich.

Problematische Tunnel-Strecke

Allerdings ist ein vierspuriger Teilausbau vor und hinter den Annweiler Tunnels ohne gleichzeitigen Ausbau der Tunnelstrecke eigentlich nicht verantwortbar, sagt Prof. Lippolt. Die Landesregierung wird hierzu eine Entscheidung zu treffen haben, ob sie weiterhin zum B10-Ausbau steht und demzufolge den vorrangigen Ausbau der Tunnelstrecke zwischen Hinterweidenthal und Godramstein für die Fortschreibung im Bundesverkehrswegeplan anmeldet.

Sicherheitsgewinn durch Ausbau B10?

In einer vorliegenden verkehrspolizeilichen Analyse der Verkehrssicherheit im 33km-Streckenabschnitt zwischen Hinterweidenthal und Landau wird deutlich, dass bereits in den letzten Jahren ein deutlicher Rückgang des Unfallgeschehens durch bauliche Massnahmen zur Entschärfung von Unfallschwerpunkten erreichbar war.

Dass die B10 im heutigen Zustand hinsichtlich ihrer Verkehrssicherheit im Bundesdurchschnitt vergleichbarer Strassen liegt, wurde auch von Prof. Andreas Bark von der TH Giessen, Fachbereich Strassenwesen u. Vermessung, bestätigt.

Alleine schon ein Umbau der Kreuzung Birkweiler/Siebeldingen, ein fest installiertes Überwachungssystems (stationäre Starenkästen) und weitere Maßnahmen würden die Sicherheit auf diesem Abschnitt noch weiter erhöhen.  Insoweit besteht aus Gründen der Verkehrssicherheit keine Ausbaunotwendigkeit hin zu einer vierspurigen Transit-Autobahn quer durch den Pfälzerwald und durch das Queichtal.

Dreispuriger Ausbau als Dauerlösung?

Die Gegner eines vierspurigen Ausbaus der B10 halten nach wie vor an der sog. “Trichter-Lösung” fest, nach der es ausreichend ist, die Strecke von Hinterweidenthal bis Godramstein durchgängig dreispurige auszubauen. Jedenfalls so lange wie noch keine Lösung für die Tunnelstrecke bei Annweiler realisiert ist.

“Wenn die B10 für den Schwerlast-Transitverkehr gesperrt wird und wenn weitere strassenbauliche und verkehrspolizeiliche Massnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit ergriffen werden, dann ist ein vierspuriger Ausbau überflüssig”, sagt dazu Walter Herzog, der Vorsitzende der Bürgerinitiative Queichtal gegen den B10-Ausbau. (hi.)

Was ist Ihre Meinung dazu? Diskutieren Sie mit am grünen RundenTisch.

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