60 Windräder im Pfälzerwald

Abdruck aus Trifelskurier/Stadtanzeiger Landau.
Mit freundlicher Genehmigung des SÜWE-Verlages

Angetreten sind sie mit dem Anspruch, durch sachliche Aufklärung mit Daten und Fakten dazu beizutragen, dass die Energiewende gelingt. Dabei geht es um Akzeptanz in der Bevölkerung für notwendige Änderungen in der Energie-Infrastruktur, wenn das Ziel erreicht werden soll, dass bis 2020 der komplette Strombedarf in der Region Landau/SÜW vollständig durch erneuerbare Energien gedeckt werden soll.

Die Rede ist von der “Arbeitsgruppe Energiekonzept Südpfalz”, zu der sich 13 Persönlichkeiten zusammengefunden haben, die – so Ulrich Mohr vom BUND -”das gesamte Spektrum unterschiedlicher Aktivitäten abdecken, die sich mit der Energiewende in der Südpfalz befassen”. Neben Werner Götz, Attac Landau, als Sprecher der Arbeitsgruppe, und Ulrich Mohr vom BUND Südpfalz, sind dies Oliver Decken und Oliver Rechenbach von der Energieagentur RLP, Michael Linder (Solar Bürgergenossenschaft), Astrid Diehl (Pamina Solar Südpfalz), Bernhard Mertel (Energie Südpfalz), Wolfgang Thiel (Initiative Südpfalz-Energie), Thomas Waßmuth (EnergieSüdwest AG). Auch dabei sind universitäre Gremen: David Elsaesser und Stefan Jergentz von der Universität Koblenz-Landau und Mathias Jehling vom Karlsruher Institut für Technologie. Und die Kommunalpolitik ist vertreten durch Karl Keilen, Ortsbürgermeister Bornheim.

Auf einer Pressekonferenz in Landau am vergangenen Mittwoch stellte die Arbeitsgruppe ihr Energiekonzept für die Südpfalz vor unter dem Motto: “Wir wollen der Energiewende in der Südpfalz ein Gesicht geben”. Zum Thema “Strom aus Wind und Sonne” hat die Arbeitsgruppe in zwei unterschiedlichen Szenarien durchgerechnet, wie innerhalb der nächsten 7 Jahre der Bedarf an elektrischer Energie in der Region Südpfalz vollständig aus regionalen Anlagen gedeckt werden kann, die Strom aus erneuerbarer Energie erzeugen. Bis 2020 wird der Stromverbrauch dabei auf 776 Mio KWh geschätzt.

Bis jetzt werden allerdings nur 12 Prozent des Strombedarfs der Südpfalz regional aus erneuerbaren Energien erzeugt.

Um das Ziel 100 % regional erzeugte erneuerbare Energie für den Stromverbrauch bis zum Jahr 2020 zu erreichen, muss die Windenergie von derzeit 3% auf rd. 52 % gesteigert werden (=407 Mio KWh) und die Solar-Energie von aktuell 8,5 % auf rd. 43 % (=330 Mio KWh) des regionalen Bedarfs. Die restlichen 5 % (= 39 Mio KWh) soll die Geothermie liefern.

Gelingen soll dies durch die vordringliche Errichtung von 60 Windkraftanlagen im Pfälzerwald, und zwar im Stadtwald Landau und in den Waldgebieten von Edenkoben, Annweiler und Rinnthal, jeweils 6 km westlich vom Hardtrand. Dazu Werner Götz (BUND, Attac):”Der Ausbau der Windenergie eilt, da die Förderung ab 2016 ungewiss ist” und Wolfgang Thiel (Initiative Südpfalz-Energie) ergänzt: “Für das Konzept sind auch die Windmühlen im Pfälzerwald unverzichtbar”.

Die 330 Mio KWh Sonnen-Energie soll durch den gezielten Ausbau grosser Dachflächen mit Fotovoltaik-Anlagen gewonnen werden, wobei ein jährlicher Zuwachs von 5-10% unterstellt wird.

Auch über die Ausbaukosten und die Wirtschaftlichkeit hat sich die Arbeitsgruppe Gedanken gemacht und errechnet, dass bis 2020 rund 300 Mio Euro in Windkraftanlagen und rund 320 Mio Euro in Fotovoltaik-Anlagen investiert werden müssen – Geld, dass von regionalen Investoren aufgebracht werden soll. Dafür wird dann der jährliche Kapitalabfluss von derzeit rund 70 Mio Euro für Strombezug von ausserhalb in den regionalen Kassen bleiben.

Green RoundTable meint dazu:
Auch wenn die Ausführungen der sog. “Arbeitsgruppe Energiekonzept Südpfalz” vielleicht so interpretiert werden könnten, als ob die Entscheidung für die Errichtung von Windrädern im Pfälzerwald längst gefallen wäre – das ist nicht so.
Es ist nämlich längst nicht klar, ob Windräder auch im Pfälzerwald von der Bevölkerung mehrheitlich akzeptiert werden. Bisher durchgeführte öffentliche Diskussions-veranstaltungen zu diesem heiss umstrittenen Thema lassen eher den gegenteiligen Schluss zu.
Die politisch Verantwortlichen in den Kommunen ebenso wie auf Kreis- und Landesebene sind gut beraten, auch die strikten Gegner von Windrädern im Pfälzerwald in die Suche nach geeigneten Standorten einzubinden. Fair, transparent und ergebnisoffen.
Niemand kann ein Interesse an Widerstandsaktionen à la Stuttgart 21 haben.

Und was sagen Sie dazu? Hinterlassen Sie Ihren Kommentar hier.

23 Gedanken zu “60 Windräder im Pfälzerwald

  1. Ich hoffe, dass die Stadt Landau jetzt so klug ist von ihrem WKA-Plan Abstand zu nehmen. Der in der Suedpfalz benötigte Strom kann nicht regional ohne Speichertechnologien zur Verfügung stehen. Zur Zeit braucht RP die Grosskraftwerke in Mannheim und im Saarland, um die sichere Stromversorgung zu gewährleisten. RWE und Co steigen aus dem WKA-Geschaeft aus. Auch der BUND sollte sich mehr mit den Gesetzen der Naturwissenschaft (Physik) beschäftigen.

  2. Deutschland hat einen Anteil von rund 2% an den weltweiten Co2 Emmissionen – weshalb der vielbeschworene Vorbildeffekt der Energiewende wichtiger ist, als der mögliche Beitrag zur Co2 Reduktion.
    Doch sind wir wirklich ein Vorbild? Wenn wir andere Nationen dazu ermuntern Windparks in Biosphärenreservate zu bauen? Ist es wirklich nachhaltig, wenn die Energiewende v.a. darin besteht auch die letzten naturnahen, nicht technisierten Flächen dem Energiegeschäft zuzuführen? Soll Brasilien Windparks im Regenwald bauen? Soll Schweden in den letzten unbesiedelten Weiten Windparks bauen?
    Deutsche Unternehmer exportieren bereits die “Energiewende” und bauen in der letzten Wildnis Europas (Lappland) gigantische Windparks mit je 1000 WKA (!). Siehe http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/neuer-windpark-in-lappland-krieg-der-rentierhalter-1.1852210

    Es stellt sich doch mehr und mehr die Frage: Wozu dient die Energiewende? Um die Natur zu erhalten, oder als Geschäftsmodell für WKA Hersteller? Die bisher ca 25 000 WKA in Deutschland haben derzeit einen Anteil von ca 8% an der Stromproduktion (also ca 2% an der Gesamtenergieproduktion). Ist es wirklich verhältnismäßig und nachhaltig 60 großindustrielle Windkraftanlagen von 200 m Höhe inmitten der letzten großen zusammenhängenden Waldgebietes zu bauen?
    Hand aufs Herz – wem es ehrlich um den Erhalt der Natur geht, dem ist doch längst klar geworden, dass auch ein Ausbau der Regenerativen zu einer Zerstörung derselbigen führt.
    Die einzige echte Lösung ist Energiesparen und Energieeffizienz. So einfach und so kompliziert ist die ehrliche Antwort auf die Herausforderung Klimawandel.
    Doch bevor wir daran denken unseren immensen Energiekonsum zu reduzieren industrialisieren wir lieber die letzten Wälder mit gigantischen Windturbinen, wandeln Äcker und Brachen in Maisplantagen um und stauen den letzten Bach zur Stromgewinnung auf um “grüne” Energie zu gewinnen – und bilden uns ein, wir seien ökologische Vorreiter.

  3. Die größte Fehlentscheidung der Politik hinsichtlich der Energieerzeugung war jene, die Kernkraftanlagen bis 2022 allesamt still zu legen. Die Tatsache, dass in Japan ein KKW außer Kontrolle geriet, das wider alle Vernunft an einer der aktivsten Subduktionszonen der Welt an den Pazifik gebaut wurde, war die Ursache dieser irrationalen Entscheidung, als deren netter Nebeneffekt eine gewollte Beeinflussung der Wähler auf ihr Votum auszumachen ist. Die Bürger wurden nie über die möglichen Weiterentwicklungen der Nutzung der Kernkraft informiert – nie gab es einen öffentlichen Diskurs (dieser findet ohnehin auch zu anderen Themen hierzulande kaum noch statt – früher nutzte man dazu die Medien, allen voran das Fernsehen). Nun heißt es (in einem Beitrag auf dieser Seite), dass WIR uns gegen Kernkraft entschieden haben. Wir alle? Nein, ich nicht!
    Während sich Deutschland aus der friedlichen Nutzung der Kernkraft ausklinkt und damit unser bisher weltweit führendes wissenschaftliches Potenzial in der Kerntechnik auf’s Spiel setzt, forschen andere Länder (auch innerhalb der EU) weiter, um die Nutzung der Kernkraft sicherer zu machen. Wer weiß schon in der breiten Öffentlichkeit, dass derzeit an Techniken geforscht wird, die KKWs so zu konstruieren, dass ein GAU unmöglich wird. Die Kernphysiker und -techniker arbeiten an ausgeklügelten Methoden der sog. Transmutation, einer Umwandlung langlebiger radioaktiver Nuklide in kurzlebige. Damit könnte es möglich werden, die Menge an radioaktivem Material für die Langzeitlagerung um bis zu 90 % zu vermindern. Dass es in Deutschland bis heute kein Endlagerkonzept gibt, obwohl die Notwendigkeit dafür seit Inbetriebnahme des ersten Kernkraftwerks in den sechziger Jahren klar war, muss als komplettes Versagen der Politik gewertet werden. Wer keinen Zugang zu Informationen hat (das mag, wenn es die Bürger betrifft, politisch gewollt sein), entscheidet eben aus dem Bauch oder gar nicht.
    Die Auswüchse sind allenthalben sichtbar: ein mittlerweile geradezu als hektisch zu bezeichnender Ausbau der Windkraftnutzung, mit der ganze Landstriche “zugenagelt” werden.
    Das Dumme ist nur, dass Strom aus Windkraft nur dann zur Verfügung steht, wenn der Wind eine gewisse Mindeststärke erreicht. Analoges gilt für die Photovoltaik, die nur bei ausreichender Beleuchtung durch Tageslicht oder besser durch direktes Sonnenlicht Strom liefert. Ein Industrieland wie Deutschland benötigt jedoch immer elektrische Energie – jeden Tag 24 Stunden lang. Strom, der in herkömmlichen Kraftwerken erzeugt wird, kann dies leisten. Während uns die Öko-Faschisten aus der Politik geradezu hirnlos in die erneuerbaren Energien treiben, fehlt bislang ein überzeugendes Konzept, überschüssige Energie aus den Windkraftanlagen (oder aus der Photovoltaik) zu speichern. Elektrische Energie zu speichern ist physikalisch bzw. chemisch nicht einfach, wenn die zu speichernde Menge riesig ist. Batterien sind hierfür komplett unbrauchbar. Also müßte man die überschüssige elektrische Energie, die beispielsweise während eines Sturmtiefs anfällt, wieder in eine andere speicherbare Energieform umwandeln (Bem.: dies geht nur wieder mit Verlusten). Die Not, dies technisch beherrschbar bis 2022 zu realisieren, treibt bereits jetzt ihre Blüten: so soll beispielsweise Gas über elektrisch betriebene Kompressoren in riesige unterirdische Kavernen gepresst werden. Später, bei Windflaute, würde dann das Gas wieder abgelassen und würde über Turbinen wieder Strom erzeugen (wieder mit Verlusten). Hohlräume gibt es zahlreiche, aber bis 2022 eine solide Risikoanalyse zu erstellen, ist praktisch unmöglich. Pumpspeicherwerke auf Wasserbasis scheiden im dicht besiedelten Deutschland ebenfalls aus. Ein Konzept existiert derzeit nicht.
    Während zur Zeit die Strompreise für manchen von uns schon schmerzhaft angestiegen sind, bin ich davon überzeugt, dass der “große Knall” erst dann kommt, wenn die Grundlast leistenden Kernkraftwerke 2022 abgeschaltet werden. Es könnte auch passieren, dass die Vernunft der Politiker zurückkehrt und der Kernkraft doch noch eine Chance eingeräumt wird.

    FAZIT: wer den Ausbau der Erzeugung erneuerbarer Energien und die damit verbundene Verschandelung der Landschaft nicht möchte, der muss sich ernsthaft fragen, welche möglichst CO2-neutralen Formen der Energieerzeugung noch zur Verfügung stehen. Die einzig vernünftige Antwort ist die Nutzung der Kernkraft bei gleichzeitiger Reduktion des Energieverbrauchs. Dabei muss mit hohem Einsatz auch an der Weiterentwicklung der Nutzung der Kernkraft (KKWs der 4. Generation) gearbeitet werden.

  4. Windkraft-Industrie gehört nicht in Naturparks, allgemein ist in
    naturnahen Landschaften größte Behutsamkeit bei der Auswahl möglicher Standorte notwendig, auf keinen Fall Großwindparks !
    Eine Windenergieüberbauung im Pfälzer Wald wäre eine Katastrophe!
    Schon jetzt sind in Rheinland-Pfalz (Rhein-Hunsrück, Rheinhessen und anderswo) gewaltige Zerstörungen angerichtet worden! Reaktionen der Bevölkerung, deren Lebensqualität massiv beeinträchtigt wird, sprechen eine deutliche Sprache. Die in Rheinland-Pfalz seit geraumer Zeit stattfindende Umweltzerstörung geht aber jeden Bewohner dieses Landes etwas an, auch überregional Es ist genug!.

  5. Wir haben uns für den Ausstieg aus der Atomkraft entschieden. Ich meine der Entschluss ist richtig. Jetzt bleibt entweder anderen Energielieferanten zu finden und zu nutzen oder auf Energieverbrauch zu verzichten, zumindest aber deutlich einzusparen.
    Windkraft ist meiner Einschätzung nach eine vertretbare Alternative und mit nur geringen Übeln verbunden. Also seien wir konsequent und befürworten WK auch bei uns vor der Haustür! Wenn nicht JETZT, wann dann???

  6. Es ist schon sehr tragisch, dass Natur- und Umweltschützer bei der Windkraft und damit bei der Energiewende eine unselige Allianz mit der Atomlobby eingehen: Die Einen wollen die Natur schützen, die Anderen ihren Gewinn!
    Mit dem St. Florians-Prinzip ist die Energiewende nicht zu schaffen.
    Liebe Naturschützer, gebt doch mal ein Zeichen, ob ihr überhaupt ein Interesse an der Energiewende habt und wenn ja, wie soll sie umgesetzt werden?
    Für eine gute Idee gibt es sicher viel Anerkennung!
    Wolfgang Thiel, Hergersweiler

  7. Am 30. Juli wurde von der Landesregierung ein Gutachten veröffentlicht, in dem die landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften konkretisiert werden. Bestimmte Gebiete mit “herausragender” oder “sehr hoher Bedeutung” sind dabei nach dem Willen der Landesregierung für Windkraft tabu. Die Autoren der Studie schlagen in diesem Zusammenhang vor, dass für das Gebiet des Pfälzerwaldes neben dem Haardtrandkorridor auch noch das “Leiningerland” und das “Annweilerer und Dahner Felsenland” in den Katalog der besonders schützenswerten Kulturlandschaften aufgenommen werden sollen. Laut Energieministerium werden diese Vorschläge “mittel- und langfristig” geprüft.

    Damit belegt dieses Gutachten sozusagen offiziell, dass dem Pfälzerwald neben seiner besonderen ökologischen und landschaftsästhetischen Bedeutung auch ein herausragender kulturhistorischer Rang zukommt. Diese Besonderheiten würden nach meiner Ansicht durch die Errichtung von Windkraftwerken massiv geschädigt. Die Schlussfolgerung kann deshalb nur lauten: Keine Windkraft im gesamten Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord!!

  8. Leider haben uns Frau Lemke, Herr Hartenfels, Herr Keilen und Herr Braun nur eine Möglichkeit präsentiert, wie die Energiewende geschultert werden kann. Eine zweite Möglichkeit wie diese umgesetzt werden kann, ohne dass komplett alle rheinland-pfälzischen Landschaften mit Windrädern zugestellt werden müssen, hat man nicht geprüft. Ich denke bei ein wenig guten Willen, wäre auch dies möglich. Ich bin mir sicher – hätte die Bevölkerung die Wahl – würde sie die zweite Möglichkeit bevorzugen.

    Für eine Partei die aus einer Anti-AKW-Bewegung hervorgegangen ist, ist es wahrscheinlich Blasphemie, falls man in Richtung eines moderate WKA-Ausbau denkt.

    Schade – aus einer Idee ist eine Ideologie geworden – und Ideologien lassen nicht zu, auch mal in eine andere Richtung zu schauen.

    Windräder ja – aber nicht überall

  9. Bitte neuen Windatlas der Landesregierung anfordern unter :

    http: // s. rpl.de/4kN

  10. Fakten bleiben Fakten:

    Informierte Bevölkerung – in großer Mehrheit gegen WK im PW!
    Landesnaturschutzverbände – geschlossen gegen WK im PW!
    UNESCO – Unzerschnittenheit des PW muss erhalten werden!

    Gotte segne unser Biosphärenreservat Pfälzerwald/Nordvogesen!

    Fritz Claus

  11. Erlauben Sie uns drei Anmerkungen zum Thema.

    1. MAB Komitee ist gegen Windkraft im Pfälzer Wald.
    Im Interview vom 25.06.2013 in der Rheinpfalz äußert sich der Vorsitzende des Komitees Herr Martin Waldhausen nicht ganz eindeutig zum Thema. Was wegen der Sensibilität verständlich verständlich ist.
    Neben Einschränkungen ist zu lesen:
    ….”Und wir schließen Windräder ja nicht im gesamten Bioshärenreservat aus. In den offenen Lagen, die es eben auch gibt, wo bspw. die A 6 die Landschaft stark zerschneidet, wären solche Anlagen durchaus denkbar… Wie gesagt, aus unserer Sicht kann Windkraft grundsätzlich zur Entwicklung eines Biosphärenreservats im Sinne einer nachhaltigen Regionalentwicklung beitragen. Was auch bedeutet, dass es ein legitimes Ziel von Kommunen ist, ihre Energieversorgung selbst in die Hand zu nehmen, effizient zu gestalten und damit Geld zu verdienen… Ich sehe Windenergieanlagen nicht als Belastung, sondern die Standorte gut gewählt und die Bürger eingebunden sind”…

    Eine vernüftige Bewertung der wir uns gerne anschließen. Naturverträglich mit Bürgerbeteiligung.

    2. große Naturschutzverbände sind gegen WK im PW.
    Teilweise sind diese Verbände auch gegen WK in anderen Regionen, sowie den erforderlichen Netzausbau. Was aus deren Sicht verständlich ist.
    Fakt ist, viele Mitglieder dieser Verbände sind für WK im PW.
    Wir sind Mitglied in einem dieser Verbände und wir sind für eine naturverträgliche WK im PW.

    3. Mehrheit der Bürger ist gegen WK im PW.
    Dieses Argument wird immer wieder gerne genommen. Fakt ist auch hier, bis jetzt gab es keinen Volksentscheid zu diesem Thema.
    Wir erinnern uns, gegen Stuttgart 21 gab es offensichtlich eine gefühlte Mehrheit dagegen. Die Volksbefragung ergab eine Mehrheit dafür.
    Ein Volksentscheid macht aus unserer Sicht nur dann Sinn wenn das Ergebnis respektiert wird.

    Viele Grüße aus Haßloch,
    Birgit Halbig, Kurt Werner

  12. Zitat von Herrn Claus: “…nicht nur die große Mehrheit der Bevölkerung, auch die zehn großen Naturschutzverbände und nicht zuletzt das MAB-Komitee der Unesco lehnen Windkraftwerke im Biosphärenreservat Pfälzerwald aus triftigen Gründen ab….”

    Man könnte fast den Eindruck haben, dass das den verantwortlichen Politikern und Entscheidern ziemlich egal ist…
    Aber die müssen ja auch nicht für Ihr (energiepolitisches) Tun geradestehen (maximale Strafe = weniger Wähler) …
    Hoffentlich kriegen wir hier keine Ägyptischen Verhältnisse.

  13. Sehr geehrter Herr Claus,

    prägnanter als in Ihrem Kommentar kann man die Problematik nicht auf den Punkt bringen! Ihr Namensvetter, der bekannte Heimatdichter und Mitbegründer des Pfälzerwald-Vereins Fritz Claus alias Pfarrer Johann Martin Jäger hätte es, würde er noch unter den Lebenden weilen, nicht besser formulieren können.

    Herzliche Grüße

    Herbert Schreiber

  14. Liebe Brüder und Schwestern,

    nicht nur die große Mehrheit der Bevölkerung, auch die zehn großen Naturschutzverbände und nicht zuletzt das MAB-Komitee der Unesco lehnen Windkraftwerke im Biosphärenreservat Pfälzerwald aus triftigen Gründen ab.
    Dem ist nichts hinzuzufügen.

    Freundliche Grüße

    Fritz Claus

  15. Sehr geehrte Frau Wiebelt,

    mit dem Thema Energieeinsparen haben Sie vollkommen recht.
    Nicht nur beim Srom, sondern auch in den Sektoren Wärme und Mobilität
    ließe sich durch intelegendes Handeln viel Energie sparen.
    Allerdings wird, durch neue Anwendungen und Wechsel in den Strombereich, dieser Sektor mittelfristig konstant bleiben.
    Sofern die Einsparungen die Zuwächse ausgleichen, ansonsten sogar leicht zunehmen.
    Insgesamt sollte aber mehr für das Energiesparen getan werden.

    Viele Grüße,
    Kurt Werner

  16. Die „Arbeitsgruppe Energiekonzept Südpfalz“ möchte durch sachliche Aufklärung mit Daten und Fakten dazu beitragen, dass die Energiewende gelingt. Deshalb im Folgenden einige Fakten zum Biosphärenreservat „Pfälzerwald-Vosges du Nord“; sie belegen, dass die Energiewende nur dann gelingen kann, wenn neben wirtschaftlichen Aspekten auch weiterhin wichtige Errungenschaften des Natur- und Landschaftsschutz bei Planungsvorhaben gleichberechtigt berücksichtigt werden. Und genau dies scheint nach meinem Eindruck beim genannten Energiekonzept der Arbeitsgruppe nämlich nicht der Fall zu sein.

    1. Biosphärenreservate sind besonders wertvolle Natur- und Kulturlandschaften, die deshalb in Deutschland nur 3.3.% seiner Fläche ausmachen.

    2. Der Naturpark Pfälzerwald erhielt 1992 von der UNESCO die Anerkennung als Biosphärenreservat, 1998 wurde er deutscher Teil des ersten grenzüberschreitenden Biosphärenreservates der UNESCO, nämlich des Biosphärenreservates Pfälzerwald-Vosges du Nord. Es hat eine Fläche von insgesamt 310 500 Hektar, sein deutscher Teil umfasst 179 800 Hektar. Das Biosphärenreservat ist damit das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands und eine der größten europäischen Waldflächen. Es ist das einzige Biosphärenreservat in Rheinland-Pfalz.

    3. Im Jahr 2007 erließ das Land Rheinland-Pfalz eine Rechtsverordnung, mit der die UNESCO-Leitlinien zur Gestaltung von Biosphärenreservaten (MAB-Programm) speziell für den Naturpark Pfälzerwald umgesetzt werden sollen. Hierbei wurde als einer seiner Hauptschutzzwecke in § 4 (1) „die Erhaltung der landschaftlichen Eigenart und Schönheit des Pfälzerwaldes mit seinen ausgedehnten, unzerschnittenen, störungsarmen Räumen … festgelegt.”

    4. Die in § 4 genannten Schutzzwecke sind in einem Zonierungskonzept konkretisiert, das Kern-, Pflege, und Entwicklungszonen mit unterschiedlichen Zielen und Schutzfunktionen vorsieht. Laut Aussagen der Landesregierung wird im fortgeschriebenen LEP IV vom 11. Mai 2013 der Pfälzerwald beim Ausbau der Windkraft so geschützt, „wie dies nach internationalen und nationalen Konventionen vorgeschrieben ist. Insbesondere wird das Positionspapier des MAB-Nationalkomitees zur Nutzung von Windkraft und Biomasse in Biosphärenreservaten beachtet.“ In diesem Positionspapier (Blieskastel 2012) werden Kern-und Pflegezonen von Biosphärenreservaten zu Ausschlussgebieten für Windenergienutzung erklärt. In Entwicklungszonen – soweit „sie nicht durch rechtlichen Schutz von einer Windenergienutzung ausgeschlossen sind – ist die Windkraftnutzung bei Einhaltung hoher Standards möglich.“ Hierzu wurden vom MAB-Komitee 9 Kriterien formuliert, die hohe Anforderungen an die Errichtung von Windkraftanlagen in Biosphärenreservaten stellen.

    5. Speziell für den Pfälzerwald geht das MAB-Komitee nach aktuellem Stand (Juni 2013) jedoch noch über diese Restriktionen hinaus. Die im Zehnjahresrhythmus erfolgende Evaluation von Biosphärenreservaten wurde im Mai 2013 auch wieder für das Biosphärenreservat Pfälzerwald durchgeführt. Als Ergebnis empfiehlt das nationale MAB-Komitee – eine abschließende Stellungnahme des Expertengremiums folgt im September – , auch weiterhin sämtliche Waldgebiete des Biosphärenreservates, also auch seine Entwicklungszonen, von Windkraftnutzung freizuhalten, da ansonsten die „weitgehende Unzerschnittenheit des Waldgebietes“, das Alleinstellungsmerkmal des Biosphärenreservates Pfälzerwald-Vosges du Nord, gefährdet sei. Ausnahmen können geeignete Offenlandgebiete oder Bereiche sein, wo die Landschaft zum Beispiel im Bereich von Autobahnen (vgl. A 6) sowieso schon stark zerschnitten ist (vgl. verschiedene Artikel in der Tageszeitung „Die Rheinpfalz“, Ausgaben vom 15. Juni 2013, 25. Juni 2013 und 06. Juli 2013).

    6. Werden auch diese Empfehlungen des UNESCO-Komitees von der Landesregierung umgesetzt, so dürfen zum Beispiel in den projektierten Gebieten vom Haardtrandkorridor bis zum Weißenberg westlich und östlich des Wellbachtales keine Windkraftanlagen gebaut werden, da ansonsten die „weitgehende Unzerschnittenheit dieses Waldgebietes“ also sein Hauptschutzzweck in Frage gestellt wäre.

    7. In wenigen Jahren sollen laut Auskunft des Fraunhofer Instituts für Energietechnik in Stuttgart sog. „Kite-Hochwindenergieanlagen“ serienreif sein. Diese Anlagen wären wesentlich effizienter, billiger und weniger landschaftszerstörend und würden sich nach meiner Einschätzung sehr gut für die Rheinebene also auch für Teile der Südpfalz eignen. Mit dieser Windkrafttechnik könnte man saubere Energie produzieren ohne auf den Pfälzerwald zurückgreifen zu müssen.

    gez.: Herbert Schreiber

  17. Bei der ganzen Energie-Diskussion fehlt mir der wichtigste Punkt.
    Jeder beschäftigt sich mit der Frage, wie man den Energiebedarf decken kann.
    Aber wer bitte schön beschäftigt sich mit den Fragen an welchen Stellen Enerige verschwendet und infolgedessen eingespart werden könnte?

  18. Direkte Demokratie ist schwierig (ja), aber unbedingt notwendig.
    Kurt Werner hat völlig recht, wenn er die Abstimmungsmodalitäten problematisiert. Zitat:”…Frage an die Gegner: würden Sie WK im PW akzeptieren wenn in einer Volksbefragung die Mehrheit dafür ist? Hier stellt sich die Frage wer stimmt wo ab.
    Die Annweiler Bürgerinnen und Bürger in Annweiler, die Lambrechter in Lambrecht usw.?…”
    Aber das darf unser demokratisches Gemeinwesen nicht davon abhalten, diese Problematik zu lösen und z.B. einen Volksentscheid für RLP durch eine Gesetzesänderung erheblich zu erleichtern.
    Warum kann die Landesregierung denn nicht auch eine Befragung in allen Kreisen ermöglichen, die flächenmässig zum Pfälzerwald gehören?
    Das könnten doch z.B. auch Befragungen im Sinne von “Sondierungen” sein.
    Jetzt behaupten die einen (da gehöre ich auch dazu), dass eine überwältigende Mehrheit gegen WK im PW ist, andere behaupten das Gegenteil. Und keiner kann es wirklich beweisen. Das ist ein Dilemma.

  19. Ich zitiere aus dem Green RoundTable:

    Die politisch Verantwortlichen in den Kommunen ebenso wie auf Kreis- und Landesebene sind gut beraten, auch die strikten Gegner von Windrädern im Pfälzerwald in die Suche nach geeigneten Standorten einzubinden. Fair, transparent und ergebnisoffen. Niemand kann ein Interesse an Widerstandsaktionen à la Stuttgart 21 haben.

    Das ist aus meiner Sicht ein guter Ansatz, bitte konkrete Standort-Bereiche vorschlagen und Teilnehmer nennen für eine Abwägungsrunde!

    Astrid Diehl

  20. Es kann einfac 12.h nicht sein,dass sich diese rot-grüne Koaliton (ich wage nicht von einer REGIERUNG zu schreiben) , über die Meinung der Bevölkerung
    so locker darüber hinwegsetzt. DAS WIRD GANZ BÖSES BLUT UNTER DER BEVÖLKERUNG GEBEN.

    ACHTUNG !

    FREITAG 12 / 07 / 2013 FERNSEHEN !!!!!!!!!

    3SAT 20.15 Kampf gegen Windräder . Bitte ansehen !

  21. Die Kommentare zeigen: es geht nicht um WK im PW, sondern gegen WK im allgemeinen, im Hunsrück im Soonwald….
    Wenn im PW keine WK, dann um so mehr im Hunsrück und anderswo.
    Oder eben keine Energiewende, weiter mit Kohlekraft oder vielleicht sogar mit Kernkraft?
    Wieso ist die Mehrheit gegen WK im PW?
    Bis jetzt gibt es dazu keine offizielle Volksabstimmung. Mit Sicherheit sind Gegner in dem Thema aktiver.
    Wer am lautesten schreit hat deswegen keine Mehrheit.
    Frage an die Gegner: würden Sie WK im PW akzeptieren wenn in einer Volksbefragung die Mehrheit dafür ist?
    Hier stellt sich die Frage wer stimmt wo ab.
    Die Annweiler Bürgerinnen und Bürger in Annweiler, die Lambrechter in Lambrecht usw.?
    Was ist wenn in einer VG eine Mehrheit dafür ist?
    Oder von überall her nur die Gegner?

    Viele Grüße aus Haßloch
    Birgit Halbig, Kurt Werner,

    PS. wenn Interesse an Informationen zu Auswirkungen des Klimawandels im PW bestehen kann ich gerne einen Vortrag durchführen.
    Nur so viel: es ist nicht die WK die den PW gefährdet.
    Allerdings nicht jetzt, es geht um nachfolgende Generationen.

  22. Mal sehen, ob die fanatische Windrad-Lemke sich mit ihrer rot-grünen Landesregierung dazu hinreissen lässt, sich gegen den Widerstand der Bevölkerung durchsetzen zu wollen. Um damit unseren Pfälzerwald genau so kaputt zu machen wie den Soonwald im Hunsrück.

  23. Die grün-roten Windräder-Fundamentalisten in Mainz werden sich noch wundern. Diese völlig verblendeten Energiewender wie Lemke, Höfken u.a. haben sich von der Windenergie-Lobby mit Finanzierungs- und Investitionsversprechen einlullen lassen. Es wird Zeit, dass der Widerstand in der Bevölkerung gegen die Zerstörung unseres Bioreservats Pfälzerwald manifeste Formen annimmt”.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>